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Baum des Jahres 2010

Vogelkirsche

Blühende Vogelkirsche

Vogelkirsche
(Prunus avium)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Gattung: Kirsche (Prunus)

Der Baum des Jahres wird alljährlich ausgewählt vom Kuratorium "Baum des Jahres".

Wer kennt sie nicht aus unseren Gärten sowie von den Waldrändern? Die Vogelkirsche (Prunus avium) ist die Urform aller Kulturkirschen und Zierkirschen, wird häufig wegen ihrer Früchte und wegen ihrer allgemeinen Schönheit angepflanzt. In Japan gibt es beispielsweise ein eigenes Kirschblütenfest. Besonders schön ist die Kirsche zweifellos, wenn sie in Blüte steht, aber auch mit ihren reifen Früchten kurz vor dem Johannistag Mitte/Ende Juni sowie in der Herbstfärbung.

Kirschblueten

Kirschblüten

Standort

Die Vogelkirsche ist in Europa ein bekannter Waldbaum, wächst vorwiegend auf kalkhaltigen Böden - erträgt aber auch schwere Tonböden - und erreicht eine Höhe von 20 Metern, selten mehr. Sie toleriert schwierige Standorte vor allem dann, wenn sie ausreichend Licht bekommt. Immerhin benötigen die Kultursorten (vor allem Sauerkirschen und Schattenmorellen) aber deutlich weniger direkte Sonneneinstrahlung als die Kernobstbäume (Äpfel und insbesondere Birnen).

Bei der Vogelkirsche deutet schon der Name darauf hin, dass sie gern von Vögeln gefressen und auf diese Weise verbreitet wird. Außerdem ist sie ein hervorragendes Blüten- und Vogelschutzgehölz in der freien Landschaft. Ansonsten findet sie auch als Unterlage für die Propfreiser veredelter Kirschen und Zierkirschen Verwendung.

Die Kirsche wird in der Regel selten älter als 100 Jahre. Es ist allerdings dennoch nicht empfehlenswert, diesen Baum in einem zu kleinen Garten anzupflanzen, da die Krone sehr groß wird und viel Platz in Anspruch nimmt. Für kleine Gärten eignet sich die Unterart Prunus avium plena mit ihren schneeweißen, gefüllten Blüten wesentlich besser. (plenus/plena heißt "voll, gefüllt" - welcher Lateiner kennt nicht den Spruch "Plenus venter non studet libenter" - "Voller Bauch studiert nicht gern")

Holzverwendung

Sekretaer aus Kirschholz

Sekretär aus Kirschholz

Die Vogelkirsche ist ein vergleichsweise flach wurzelnder Baum und hat ein weitreichendes Wurzelsystem. Die Vogelkirsche wächst einigermaßen schnell und hat festes, fein gemasertes Holz, das sich gut in der Möbeltischlerei, zum Drechseln und zur Herstellung von Musikinstrumenten eignet. Das Holz hat einen wunderbar warmen (rötlichen) Farbton mit einer gleichmäßigen unaufdringlichen Struktur. Es ist recht hart mit einer dichten Oberfläche, die jedoch ohne schützenden Überzug bald ergraut.

Kirschen

Kirschen

Aus den Früchten kann man das berühmte Kirschwasser brennen - unverzichtbar für echte Schwarzwälder Kirschtorte sowie zur Abrundung für gutes Käsefondue. Neuerdings werden zudem auch wieder die Steine für Kirschkernsäckchen als "Heizkissen" geschätzt. Allerdings finden bei den Früchten wiederum eher die Kultursorten Verwendung, die mehr Fruchtfleisch rund um den Stein haben.

Ringelborke

Ringelborke

Zweig einer Vogelkirsche

Zweig einer Vogelkirsche,
Baum des Jahres 2010

Merkmale

Die häufig angebaute, und ebenfalls zur Familie der Rosengewächse zählende Kirsche ist die Sauerkirsche (Prunus cerasus). Sie unterscheidet sich von der Süßkirsche durch manchmal drüsenlose, härtere Blätter und kleine Blätter an der Basis des Blütenstands. Typisches Merkmal aller Kirschen sind ansonsten allgemein die Honigdrüsen an der Basis der Blattspreite. Zudem haben die Kirschen im Gegensatz zu den Pflaumenartigen (die übrigens von der Schlehe abstammen) stets eine typische Ringelrinde, d.h. die Rinde lässt sich in Bändern rund um die Stammachse abziehen.

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Gummifluss

Gummifluss

Gefährdungen

Alle Kirschenarten sind sehr empfänglich für die Pilzerkrankung "Monilia". Diese Krankheit tritt in zwei Erscheinungsformen auf: Als Spitzendürre der Zweige und als Fruchtfäule. Vorbeugende Maßnahmen sind: abgestorbene Triebe entfernen (Rückschnitt bis ins gesunde Holz), faule Früchte und Fruchtmumien beseitigen, insbesondere Stickstoffdüngung vermeiden. Eine zuverlässige chemische Bekämpfung ist allenfalls bei der Monilia-Spitzendürre mit hierfür zugelassenen Fungiziden möglich.

Eine weitere Besonderheit stellt der Gummifluß der Kirschenarten (im Gegensatz zu den Abkömmlingen der Schlehe) dar. Diesen kann man durch einen fachgerechten Schnitt allerdings weitgehend vermeiden. Hierzu zählt vor allem der richtige Schnittzeitpunkt: Kirschen sollten möglichst um Johanni, also nach der Ernte Ende Juni geschnitten werden. Und Kirschen wollen deutlich weniger stark ausgelichtet werden als die Steinobstsorten; unter anderem kann die Kirsche sonst aufgrund ihrer vergleichsweise dünnen Ringelrinde relativ schnell Strahlungsschäden bekommen, was doch ausgesprochen schade wäre.

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