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Baum des Jahres 2008

Walnuss

Freistehende Walnuss

Echter Walnussbaum (Juglans regia)

Familie: Walnussgewächse (Juglandaceae)
Gattung: Walnuss (Juglans)

Der Baum des Jahres wird alljährlich ausgewählt vom Kuratorium "Baum des Jahres".

Der Baum des Jahres 2008 ist durch die wirtschaftliche Nutzung seiner Früchte allgemein bekannt. Die Kerne der Früchte, die ihre Reife durch eine braun und rissig werdende Schale anzeigen, sind als Walnüsse bekannt und überall im Handel erhältlich. Traditionell galten die Früchte der Walnussgewächse in der Botanik als Steinfrüchte. Aber die Walnuss ist tatsächlich eine Nuss, wie eine Diplomarbeit an der Ruhr-Universität Bochum zeigte, auf die der Informationsdienst Wissenschaft hinwies: Die Hülle beweist, dass die Walnuss wirklich eine Nuss ist. Eine Nuss ist, vereinfacht ausgedrückt, eine Schließfrucht mit einem Samen und einer harten Schale. Diese wird aus den Fruchtblättern gebildet, und öffnet sich nicht selbständig.

Laub der Walnuss

Laub der Walnuss, Baum des Jahres 2008,
Foto: © Karin Schumann/Pixelio

Besonderheiten

Die Blätter der Walnuss sind besonders "gerbstoffreich" d.h. sie bauen sich langsamer ab als anderes Laub und dürften auch für viele Insekten nicht sonderlich schmackhaft sein. Nussbäumen wird zusätzlich die Eigenschaft zugeschrieben Fliegen zu vertreiben, so dass sie häufiger in den Innenhöfen von Bauernhöfen (neben den dort notwendigen Misthaufen) für einen schattigen Sitzplatz verwendet wurden.

Der Baum des Jahres 2008 reagiert sehr variabel auf Schnittmaßnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Wird im Frühjahr geschnitten, tritt ein sehr starker und langanhaltender Saftfluss ein. Dieser Effekt wird von unvoreingenommenen Beobachtern oft als "Verbluten" beschrieben. Der Saftfluss ist mit Hilfsmitteln nicht zu stoppen, endet jedoch nach längerer Zeit durch Wundheilung selbstständig. Um diese unangenehmen Effekte zu vermeiden, können Schnittmaßnahmen im Sommer um Johanni (zeitlich mit der Ernte der Süßkirschen) erfolgen. Hier ist die Wundheilung sehr viel schneller und das "Verbluten" ist zu vernachlässigen.

Walnuesse am Baum

Walnüsse am Baum,
Foto: © Ramos/Pixelio

Allelopathie und Walnuss-Sorten

Die echte Walnuss wird gern als Beispiel herangezogen, um Allelopathie zu erklären. In den grünen Organen bildet sich ein Glucosid, das nach Freisetzung in Juglon umgewandelt wird. Dieses wirkt auf zahlreiche Pflanzenarten keim- und wachstumshemmend. Dadurch vermeidet die Walnuss eine Ansiedlung von Konkurrenten im direkten Umfeld des Stammes.

Allein in Deutschland gibt es im Deutschen Nusskatalog über 100 Sorten, die sich durch Nussform, Ertrag, Frostresistenz oder andere Eigenschaften unterscheiden. Weitere bekannte Vertreter dieser Gruppe sind die Schwarznuss (Juglans nigra) und die Butternuss (Juglans cinerea), welche aus Nordamerika nach Deutschland eingeführt wurden.

Walnuss-Knospen

Walnuss-Knospen

Herkunft

Die Heimat der Echten Walnuss ist das östliche Mittelmeergebiet und die Balkanhalbinsel sowie Vorder- und Mittelasien. Sie ist in feuchten Schluchtwäldern der Gebirge zu finden und wächst im nordwestlichen Himalaya in Höhen bis 3300 m ü.NN.

Die heutige Arealabgrenzung fällt schwer, da die Echte Walnuss bereits seit der Jungsteinzeit kultiviert wird. So ist ihre jetzige Verbreitung stark durch den Anbau als Fruchtbaum geprägt: Die Walnuss wurde durch die Römer in weiten Teilen Süd-, West- und Mitteleuropas eingebürgert. In Mitteleuropa kommt sie in der Regel in kultivierter Form auf Bauernhöfen, in Gärten oder als Einzelbaum in der Feldflur vor. Gelegentlich findet man sie verwildert, vor allem in Auwäldern des Rheins und der Donau. Obwohl die Echte Walnuss in den Alpen bis etwa 1200 m zu finden ist, wächst sie selten auf Standorten über 800 m Meereshöhe.

Da der Baum des Jahres 2008 gegen Winterkälte und Spätfröste sehr empfindlich ist, findet man ihn häufig in wintermilden, nicht zu niederschlagsarmen Lagen wie in den Weinbaugebieten. Die Walnuss wächst besonders gut auf tiefgründigen, frischen, nährstoff- und kalkreichen Lehm- und Tonböden.

Eine zusätzliche Verbreitung als forstliche Wirtschaftsbaumart hat trotz des hochwertigen Holzes bisher kaum stattgefunden, da die Echte Walnuss als konkurrenzschwache Lichtbaumart gilt, wenn auch in der Jugend schattentolerant, und somit nur bedingt in gängige Waldbaukonzepte zu integrieren ist.

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Stammfuss eines Walnussbaumes

Stammfuß eines Walnussbaumes

Forstlicher Anbau

Der Anbau der Echten Walnuss erfolgt in erster Linie wegen des Fruchtertrags. Da aber auch das Holz sehr begehrt und eines der teuersten Hölzer ist, wird seit Ende des letzten Jahrhunderts vermehrt versucht, den Baum forstwirtschaftlich zu nutzen. Eine forstliche Nutzung setzt schnell- und gradwüchsiges Pflanzmaterial voraus, welches aber derzeit in dieser Form nicht im Handel ist. Die Anzucht in Beständen engt die Kronen ein, was zwar zu einem geringeren Fruchtertrag führt, aber längere astfreie Stammabschnitte zu erzielen hilft. Unter Konkurrenz wachsende Bäume können bis zu 10 m höher werden als Einzelbäume. Im Zusammenhang mit der Wertholzproduktion wurde die Walnuss () mit der Schwarznuss () gekreuzt. Die daraus entstandene Juglans x intermedia soll wipfelschäftig und schnellwüchsig sein.

Holzverwendung

Das Holz der Echten Walnuss ist ein begehrtes Edelholz, dessen Verwendung auf hochwertige Gegenstände beschränkt ist. Da es in der Regel nur als Nebenprodukt bei der Fällung von Fruchtbäumen anfällt und ein gezielter Anbau für die Holzproduktion nur ansatzweise vorhanden ist, ist der Verwendung oft ein Riegel vorgeschoben. Dass Nussbäume oft mit dem Wurzelstock ausgegraben werden, ist aber nicht auf die Knappheit zurückzuführen. Die untersten teilweise bis in die Erde reichenden Baumteile sind knollenartig verdickt und Lieferanten für die wertvollsten Maser-Furniere, welche auch Wurzelfurnier genannt und unter anderem für Autoarmaturen verwendet werden. Weiter findet das Holz Verwendung bei Drechslerarbeiten, Schnitzereien und beim Bau von Gewehrschäften.

Nussbaum-Gewehrschaft

Nussbaum-Gewehrschaft

Ebenso in die Familie der Walnussgewächse gehört die Kaukasische Flügelnuss, eine Laubbaumart aus der Gattung der Flügelnüsse. Die Kaukasische Flügelnuss liefert eines der wertvollsten Furnierhölzer ("Kaukasisch Nussbaum") für die Möbelherstellung. Die feine, aber sehr ausgeprägte dunkle Zeichnung bildet oft herrliche Muster.

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