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Weitere Bäume des Jahres: 2016: Winterlinde, 2015: Feldahorn, 2014: Traubeneiche, 2013: Wildapfel, 2012: europ. Lärche, 2011: Elsbeere, 2010: Vogelkirsche, 2009: Bergahorn, 2008: Walnuss, 2007: Waldkiefer, 2006: Schwarzpappel, 2005: Rosskastanie, 2004: Weißtanne, 2003: Schwarzerle, 2002: Wacholder.

Baum des Jahres 2005

Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

Der Baum des Jahres wird alljährlich ausgewählt vom Kuratorium "Baum des Jahres".

Fruechte der Rosskatanie

Früchte der Rosskastanie

Biergärten in Süddeutschland wären ohne die Rosskastanie, Baum des Jahres 2005, fast undenkbar. Im Herbst könnte ohne sie viel weniger gebastelt und gespielt werden, sind doch die gleichnamigen glänzend braunen Früchte bei Kindern das liebste Sammelobjekt. Auch für die Zufütterung von Tieren - unter anderem Wild - eignen sich die Früchte in der grünen Stachelkugel, wenn sie erst einmal Frost bekommen haben und die enthaltenen Bitterstoffe allmählich verschwinden. Aber auch zum Ausprobieren der ersten eigenen selbst gezogenen Bäumchen lässt sich die Rosskastanie verwenden, da ihre Früchte recht unproblematisch keimen.


Rosskastanie im Biergarten

Die Rosskastanie schmückt unzählige süddeutsche Biergärten

Bluetenkerze der Rosskastanie

Blütenkerze der Rosskastanie

Blattbraeune am Laub der Rosskastanie, Baum des Jahres 2005

Blattbräune an Rosskastanien-Laub

Zweifellos ist die Rosskastanie mit den großen leuchtenden Blütenkerzen im Frühjahr eine der beliebtesten und markantesten Baumarten. Weshalb wurde nun ausgerechnet sie zum Baum des Jahres 2005? Ganz einfach, weil man sich Sorgen um die Gesundheit dieser Baumart macht. Schon lange gibt es bei uns eine Pilzerkrankung, die Kastanien-Blattbräune, die an den Blatträndern beginnt und oft die gesamte Blattspreite der gefingerten Blätter braun färbt, bis das Laub keine Photosynthese mehr betreiben kann. Hier ist eine Begrenzung des Neubefalls im darauf folgenden Jahr möglich, wenn nach dem Laubfall im Herbst das Laub komplett entfernt wird, sodass von diesem keine Pilzsporen unmittelbar auf die neuen Blätter gelangen können.

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Viel mehr Sorgen macht aber ein Insekt, dass sich seit Mitte der Neunziger Jahre über Mazedonien in Mitteleuropa ausgebreitet hat: Die Kastanien-Miniermotte. Dies ist ein winzig kleines Insekt, das im Jahr zwei bis drei Generationen macht und im Larvenstadium zwischen den Blattadern mitten in der Blattspreite im Schutz der oberen und unteren Cuticula (= Blatthaut) Larvengänge frisst. In diesen Gangminen kann das Insekt relativ sicher und ungestört fressen und sich schließlich verpuppen.

Verschont werden lediglich die Rotblühenden Kastanien (Aesculus pavia), deren Reinform selten ist: Meist sind sie auf einen Abkömmling des weiß blühenden Baum des Jahres gepfropft und heißen botanisch Aesculus x carnea. Rote Rosskastanien enthalten einen bislang noch nicht genau identifizierten Inhaltsstoff, der dem Insekt nicht behagt. Vereinzelt werden zwar auch Blätter von Bergahornen befallen, hier findet aber nur eine unvollständige Entwicklung statt, sodass hier erst gar keine adulten Kastanien-Miniermotten schlüpfen können.

Spezialisierte natürliche Feinde gibt es leider noch nicht, da sich das Insekt dafür erst viel kurz bei uns angesiedelt hat. Eine mäßige Parasitierung durch unspezifische Schlupfwespen sowie das Aufpicken der Gangminen durch einzelne Meisen können die Population des Insektes leider nicht wirkungsvoll regulieren.

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Schadfrass durch Miniermotte an Rosskastanie, Baum des Jahres 2005

Schadfraß durch Miniermotte am Laub der Rosskastanie

Rotbluehende Rosskastanie im Fruehjahr

Rotblühende Rosskastanie im Frühjahr

Einen Lichtblick gibt es immerhin: wenn eine Kastanie durch regelmäßigen Insektenbefall stark geschwächt ist (und nicht durch Sekundärschäden letal, also tödlich geschädigt wurde) lässt der Befall vorübergehend nach, weil die Kastanien-Miniermotte ein echter Stärkeparasit ist, der sich in kümmerlich ausgebildeten dünnen Blättern nicht entwickeln kann.

Das Holz des Baum des Jahres 2005 wird kaum als Bauholz oder für sonstige holztypischen Zwecke verwendet. Das liegt zum einen daran, dass der Stamm der Rosskastanie genetisch bedingt stets rechtsdrehend ist, d.h. die Holzfasern laufen nicht gerade von unten nach oben wie bei den meisten anderen Baumarten, sondern verlaufen spiralförmig um den Baum herum, so dass sich das Holz beim Trocknen stets verwirft.

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Hinzu kommt, dass es praktisch kein einwandfreies Holz starker Dimension vom Baum des Jahres gibt: Die Rosskastanie gehört zu den nicht Fäule abschottenden Baumarten, d.h. eine erst einmal in den Stamm eingedrungene Fäule breitet sich praktisch ungehindert im ganzen Baum aus. Das ist unter anderem auch ein Grund dafür, dass man so gut wie nie Kastanien findet, die 100 Jahre oder gar noch älter sind. Deshalb ist es speziell bei der Rosskastanie auch so ungeheuer wichtig, dass sie nur von echten Fachleuten gepflegt wird, damit nicht durch unsachgerechte Schnitte der Verfall des Baumes beschleunigt wird.

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Baum des Jahres 2006: Schwarzpappel,
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