Logo Baumgutachter Udo Kaller
Baumsachverstaendiger Dipl.-Ing. Udo Kaller
English version
English
Deutsche Version
Deutsch

 
Startseite Aktuell Gutachten Karte Baum des Jahres Impressum Links

 
 

Weitere Bäume des Jahres: 2016: Winterlinde, 2015: Feldahorn, 2014: Traubeneiche, 2013: Wildapfel, 2012: europ. Lärche, 2011: Elsbeere, 2010: Vogelkirsche, 2009: Bergahorn, 2008: Walnuss, 2007: Waldkiefer, 2006: Schwarzpappel, 2005: Rosskastanie, 2004: Weißtanne, 2003: Schwarzerle, 2002: Wacholder.

Baum des Jahres 2003

Schwarzerle (Alnus glutinosa)

Die Roterle oder Schwarzerle, Baum des Jahres 2003, ist in letzter Zeit selten geworden, da ihre natürlichen Lebensräume kaum noch vorhanden sind: Wo gibt es denn noch natürliche Bachläufe, die sich unverbaut durch die Landschaft winden und deren Ufer von Erlen gesäumt sein dürfen? Oder wer hat gar noch einen echten Erlenbruchwald in seiner Nähe? Schließlich wurde ja vielerorts der Grundwasserspiegel abgesenkt und es gibt auch nur noch wenige Bachauen, die regelmäßig überflutet werden.

Wie man unschwer erkennen kann ist die Schwarzerle also ein echter Wasserspezialist: Regelmäßig nasse Füße machen ihr nichts aus, sie toleriert sogar stehendes Wasser (im Gegensatz zur Esche, mit der sie des öfteren an den Bachoberläufen vergesellschaftet ist, welche auf Dauer allerdings nur fließendes Wasser erträgt).


Schwarzerle, Baum des Jahres 2003

Schwarzerle, Baum des Jahres 2003, in ihrem Lebensraum

Schwarzerle, Baum des Jahres 2003, als Pioniergehoelz

Schwarzerle als Pioniergehölz

Sofern das Grundwasser nicht zu sauer und nährstoffarm ist, gedeiht der Baum des Jahres 2003 sogar in Nieder- und Übergangsmooren. Im Gegensatz zur Weißerle (oder Grauerle) ist er nämlich nicht an das Vorhandensein von Kalk gebunden; nur stärkere Beschattung mag sie nicht.

Die Schwarzerle ist allerdings nicht zwingend an das üppige Vorhandensein von Wasser gebunden. Da sie grundsätzlich sehr robust ist, Frost recht gut verträgt und praktisch nicht verbissen wird, wird sie gerne als so genannte Vorwaldbaumart bei großflächigen Aufforstungen verwendet. Das bedeutet, dass beispielsweise auf frostgefährdeten oder vergrasten Flächen zuerst ein lockerer Schirm von Erlen als Vorwald gepflanzt wird, in dessen Schutz einige Jahre später dann die eigentliche Zielbestockung eingebracht wird.

Genau so funktioniert auch die Sukzession auf Rohböden, z.B. nach Hangrutschen: Zuerst kommen Pioniergehölze wie Erle, Birke, Weide und Vogelbeere, um dann im Lauf der Zeit von stärker Schatten ertragenden Arten verdrängt zu werden, sofern nicht eben der Boden für andere Baumarten zu nass ist.

nach oben

Im übrigen hat die Erle eine einzigartige Strategie entwickelt, um an den sonst nicht pflanzenverfügbaren Luftstickstoff zu kommen: Sie lebt in Symbiose mir einer speziellen Bakterienart, die Luftstickstoff aufnehmen kann. Diese "Bakterienknöllchen" kann man überall an den Erlenwurzeln finden.

Noch eine Besonderheit haben die Erlen: Als einzige Laubbaumart bilden sie als Früchte echte Zapfen aus, so wie sonst nur die Nadelbäume. Allerdings sind diese Zapfen relativ klein, sie werden nur etwa einen Zentimeter lang. Die Samen werden vom Wind verbreitet: Wo genügend Licht auf den Boden fällt, können neue Erlen wachsen - vorausgesetzt, die Samen wurden nicht zuvor von Vögeln wie dem Erlenzeisig aus den Altbäumen geerntet.

nach oben

Erlenzweig mit Zapfen

Erlenzweig mit Zapfen

Absterbende Erle

Absterbende Erle

Gefahren durch Tiere bestehen für den Baum des Jahres 2003 kaum, lediglich in jungen Jahren kann auf sehr sonnigen Flächen ein Befall mit einer speziellen Insektenart, dem Erlenwürger, zu Problemen führen. Wenn die jungen Schwarzerlen nämlich erst einen Durchmesser von 3-5 cm erreicht haben, kann das Gängebohren der relativ großen Larven des Erlenwürgers dazu führen, dass das verbleibende Holz nicht ausreicht größeren Belastungen standzuhalten: Die jungen Bäumchen können dann sehr leicht abbrechen.

Neben dem Verschwinden der natürlichen Lebensräume macht in jüngster Zeit aber noch etwas ganz anderes der Schwarzerle zu schaffen: Ein die Wurzel parasitierender Pilz der Gattung Phytophtora bringt ansonsten vitale Erlen zum Absterben. Da gegen diesen Pilz noch keine wirksamen Mittel bekannt sind, kann man absterbende Schwarzerlen nur fällen, um ein Übergreifen des "Erlensterbens" auf die Nachbarbäume möglichst zu verhindern.

Das Holz der Schwarzerle ist rötlich und ein beliebtes Möbelholz. Da die Erle allerdings selten größere Durchmesser erreicht, sind Massivmöbel sehr selten, meist wird Erlenfurnier verwendet. Aber auch zum Räuchern werden Erlen gerne verwendet, von Kennern wird sogar gelegentlich zusätzlich Sägemehl von Erlenholz in die Glut gestreut ("Räuchermehl").

Zum
Baum des Jahres 2016: Winterlinde,
Baum des Jahres 2015: Feldahorn,
Baum des Jahres 2014: Traubeneiche,
Baum des Jahres 2013: Wildapfel,
Baum des Jahres 2012: europ. Lärche,
Baum des Jahres 2011: Elsbeere,
Baum des Jahres 2010: Vogelkirsche,
Baum des Jahres 2009: Bergahorn,
Baum des Jahres 2008: Walnuss,
Baum des Jahres 2007: Waldkiefer,
Baum des Jahres 2006: Schwarzpappel,
Baum des Jahres 2005: Rosskastanie,
Baum des Jahres 2004: Weißtanne,
Baum des Jahres 2003: Schwarzerle,
Baum des Jahres 2002: Wacholder

nach oben



© 2002 - 2012 www.baumdoctor.com